BUNKERANLAGE - FUCHSBAU ZGS14
Geschichte
Zum gesamten Thema rund um den Bunker wurde in den vergangenen Jahren sehr viel veröffentlicht.
Ich möchte es dem Leser überlassen, sich an Hand der Links, die ich auf für mich vertrauenswürdige
und aussagefähige Seiten gesetzt habe, geeignet weiter und ausführlicher zu informieren.
Die Rauener Berge
Die Rauener Berge sind ein beliebtes und lohnendes Ausflugsziel des Seenlandes Oder-Spree für viele
Nahausflügler und Touristen aus Brandenburg, Berlin und von außerhalb. Besonders die Urlauber rund um den
Scharmützelsee schätzen die Möglichkeiten zum erholten Wandern in den bis zu 153 m hohen Bergen, die
Besichtigung der berühmten Rauener Steine (Markgrafensteine), des neuen 40m hohen Aussichtsturmes oder
die sportliche Nutzung der Ganzjahresrodelbahn bei Petersdorf Scharmützelbob.
Die wenigsten von ihnen aber wissen, dass sich mitten im Wald,
nur 1km von der Rodelbahn und 2 km vom Aussichtsturm entfernt
eine der geheimnisvollsten unterirdischen Bunkeranlagen (1943-
1995) befindet und als aktives Museum nun wieder besichtigt
werden kann.
Braunkohle
Auf dem Gebiet der heutigen Bunkeranlage gab es vor allem die groß angelegten Brahlstollen. Bedingt durch
die effektive, aber gefährliche Technologie, die Stollenversteifungen nach Auskohlung zu entfernen, gab es
viele Stolleneinbrüche. So sieht heutzutage das Gesamtgebiet immer noch zerfurcht, von Rinnen und Löchern
durchzogen aus. ab-ins-grüne.de
Ab 1842 entstanden hier in den Bergen viele Zechen, durch die vorindustriell Braunkohle unter Tage abgebaut
wurde, die vor allem zur Versorgung Berlins diente. Es führten sogar Lorenbahnen zum Scharmützelsee und
zur Spree. Eine Straße im heutigen Fürstenwalde-Süd (damals Ketschendorf) heißt “An der Kohlenbahn” und
man kann an der Autobahn noch den damaligen Bahndamm sehen.
Zitat: (alle diesbezüglichen Quellen: www.forum-der-wehrmacht.de)
Angesichts der anwachsenden Luftbedrohung der Reichshauptstadt beschloss man im Frühjahr 1943 für das in Berlin-
Wilmersdorf, Kaiserallee 188, befindliche SS-Führungshauptamt mit seinen Nebenstellen, Ausweichunterkünfte im Gebiet östlich
des Scharmützelsees zu schaffen, Deckname „Siegfried“ (3). … Bis Ende Juli 1943 waren die Ausweichunterkünfte am
Scharmützelsee soweit fertig gestellt, daß in der 1.Dekade des Monats August 1943 die Dienststellen des SS-FHA umziehen
konnten.
Als in der Nacht vom 18./19.November 1943 die alliierten Bombergeschwader ihren ersten Großangriff gegen Berlin flogen,
arbeiteten die Dienststellen des SS-FHA bereits seit Wochen in ihren neuen Diensträumen ungestört und fern von Berlin.
Gleichzeitig mit der Aufstellung der SS-Führungsnachrichten-Abteilung wurde eine unterirdische Nachrichtenzentrale geplant und
sofort mit ihrem Bau im Wald von Ketschendorf südlich der Reichsautobahn Frankfurt - Berlin begonnen. Im Laufe eines Jahres
entstand hier die Durchgangsverstärkerzentrale DVZ "Fuchsbau". Unter Umgehung Berlins hatte sie mit allen
Durchgangsverstärkerzentralen der Wehrmacht sowie den DVZ der Waffen-SS "Hohenzollern", "Schwansee" (Deckname ab
13.6.1944 für Nachrichtenzentrale auf dem SS-Tr.Üb.Pl. "Kurmark" in Saarow) (6) und "Friedrich" Verbindung. …"
SS- Durchgangsverstärkerzentrale DVZ “Fuchsbau”
Quelle für nähere
Informationen:
siehe Link, S.74-76
Bad Saarow
SS-Dokument
zum
Barackenbau
Eigens dafür wurde ein Außenlager des KZ Sachsenhausen (Oranienburg) in
Ketschendorf, unmittelbar an der Autobahn errichtet, in dem zeitweise bis über
1000 KZ- Insassen aus 22 Nationen auf engstem Raum untergebracht wurden,
bewacht von über 100 SS-Leuten.
Die Fundamentreste des Außenlagers (ebenfalls Denkmal) wurden
mit Schülerhilfe (vor allem OSZ Palmnicken) 2011 wieder freigelegt;
am ehemaligen Eingang befindet sich der neuere Gedenkstein (heute
Ortslage Petersdorf, Gemeinde Bad Saarow).
Die Häftlinge wurden in zwei Arbeitskommandos aufgeteilt: Äußere Bauhülle und Innenausbau. So konnte,
obwohl der äußere Baukörper und die geplante 25m- Erdüberdeckung nie ganz vollständig fertiggestellt
wurden, im Bunker selbst schon Anfang 1944 die Technik in Betrieb genommen werden. Dieser für das SS-
Führungshauptamt so extrem wichtige Nachrichtenbunker war schon gasdicht ausgeführt worden; er besaß
einen eigenen Trinkwasserbrunnen im Bereich der heutigen Dispatcherzentrale und dort das Wasserwerk
und eine Diesel-Netzersatzanlage.
Mein persönliches Erlebnis:
Im Jahre 2007 berichtete mir bei einer Führung ein 80-jähriger Zeitzeuge, dass er 1944-1945 als
Fernmeldetechniker und Kraftfahrer im Fuchsbau tätig war und einmal eine Direktleitung nach Norwegen zu
reparieren hatte. Er zeigte auch die Stelle, an der morgens die KZ-Häftlinge unter Bewachung in den
Bunker geführt wurden. Da an diesem 2. Notausgang der so genannte Brahlstollen lag, ist anzunehmen,
dass die KZ-Häftlinge unterirdisch vom Außenlager zum Bunker geführt wurden.
Bezogen auf den Fernschreibverkehr ab 1944 erklärte er die so genannten GKDOS-Fernschreiber, die in
zunehmendem Maße von Frauen (SS-Nachrichten-Helferinnen) bedient wurden. Diese Tatsache wurde
auch im Jahre 1994 bei einem Tag der offenen Tür im Bunker Fuchsbau von zwei damaligen Zeitzeuginnen
ausführlich dargelegt.
Der ehemalige norwegische KZ-Häftling Odd Magnussen (Lars To) war am Bau des äußeren Baukörpers beteiligt
und schilderte später in seiner Broschüre "Vi Ventet" ausführlich das Leben und Sterben im einstigen KZ-
Außenlager bei Fürstenwalde, belegt durch zahlreiche Zeichnungen.
In der Nacht vom 23./24. April 1945 verlegten alle Truppen aus dem Gebiet
Fürstenwalde und Bad Saarow Richtung Zossen. Viele von ihnen wurden in einer
der größten Kesselschlachten auf deutschem Boden bei Halbe aufgerieben. Die
nachrückende Rote Armee nahm an einigen Stellen des Bunkers Teilsprengungen
vor, ohne wirklichen Schaden anzurichten. Der Bunker war tatsächlich von 1945-
1958 frei begehbar und wurde von der Bevölkerung gründlich ausgeschlachtet.
Als ehemaliger Ketschendorfer Junge führe ich mich hier selbst als Zeitzeugen an:
Dieser Bunker vor unserer Haustür war für Jahre ein sehr geheimnisvoller
Abenteuerspielplatz. Wir taten aber auch durchaus Sinnvolles - zum Beispiel:
Schrott zu sammeln für die wieder zu erbauende Spreebrücke (Lorenbahnschienen).
Als mein Onkel von den Bunkeraktivitäten erfuhr, zeigte er mir vertraulich seine toll
funktionierende kolbenbetriebene Wasserpumpe aus dem Fuchsbau.
Das war erst ein Kapitel der sich über Generationen erstreckenden Geschichte des Bunkers Fuchsbau.
Weitere Kapitel folgen.
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